GBU-Software richtig auswählen
Für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung reicht ein beliebiges Umfragetool nicht aus. Sie brauchen ein Verfahren, das die Anforderungen aus §5 ArbSchG und GDA unterstützt – und eine Software, die dieses Verfahren sauber abbildet.
ACOMERA setzt das BASA-Verfahren vollständig um. Die Kriterien auf dieser Seite gelten aber grundsätzlich auch für andere spezialisierte Lösungen. Grundlagen: Was ist die GBU Psyche?
Kurzantwort
Für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung reicht ein Umfragetool nicht. Achten Sie auf ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren (z. B. BASA), einen dokumentierbaren Prozess von der Erhebung bis zur Maßnahme, gruppenweise Auswertung mit Mindestgruppengröße sowie Datenschutz und EU-Hosting. Diese Kriterien gelten für jeden Anbieter — nicht nur für ACOMERA.
Namentlicher Vergleich
Anbieter im direkten Vergleich — mit Belegen
Diese Seite hilft bei der Auswahl: Kriterien, Checkliste, Software vs. Umfragetool. Wer konkrete Anbieter vergleichen will, findet dort eine Matrix mit Kurzwerten — jede Zelle mit wörtlichem Zitat, Quelle und Prüfdatum.
Kernanforderungen aus Sicht von Arbeitsschutzgesetz und GDA
- Unterstützung eines wissenschaftlich fundierten Verfahrens (z. B. BASA) statt frei zusammengeklickter Fragen – dokumentiert u. a. bei HSZG und für BASA II bei der BAuA ( Wissenschaftliche Belege ).
- Dokumentierbarer Ablauf der Gefährdungsbeurteilung – von Vorbereitung bis Maßnahmen.
- Möglichkeit, Ergebnisse pro Auswertungsgruppe (z. B. Abteilung, Standort, Team) darzustellen – bei Einhaltung von Mindestgruppengrößen.
- Berichte und Visualisierungen, die Risiken und Ressourcen klar zeigen (z. B. Ampelsystem, Matrix).
- Datenschutz, Hosting in der EU und nachvollziehbare Rollen- und Rechtekonzepte.
Worauf bei GB-Psych-Software achten
Neutrale Checkliste — im Vergleich zum generischen Umfragetool (LimeSurvey, SurveyMonkey, Forms). Kein Produktranking, sondern Kriterien, die Fachkräfte in der Praxis stellen.
| Kriterium | GB-Psych-Software | Generisches Umfragetool |
|---|---|---|
| Anerkanntes Verfahren (z. B. BASA) | Verfahren vollständig hinterlegt, nicht nur lose Fragen | Nicht hinterlegt — Fragen klickt man selbst zusammen |
| Maßnahmen-Workflow | Integriert, Nachverfolgung über Runden | Nicht vorhanden — Maßnahmen laufen extern (Excel, Listen) |
| Export & Dokumentation | Berichte, Poster, Workbooks, Export | Rohdaten-Export; Berichte und Poster sind Handarbeit (PowerPoint) |
| Hierarchien / Standorte | Flexibel, Mandantenfähig | Gruppierung über Filter möglich; keine GBU-Auswertungslogik, Mindestgruppengrößen selbst sichern |
| Folge-Runden / GBU fortsetzen | Vorlagen, Vergleich über Wellen | Kopierbare Umfragen; Wellen-Vergleich und Historie sind Handarbeit |
| Mehrsprachigkeit | Je nach Anbieter | Oft vorhanden — hier punkten Umfragetools |
| EU-Hosting / DSGVO | AV-Vertrag, Rollenkonzept prüfen | Je nach Anbieter; AV-Vertrag und Serverstandort prüfen |
| Preismodell | Transparent kalkulierbar (z. B. pro Antwort) | Günstige oder kostenlose Lizenzen — entscheidend sind Gesamtkosten inkl. Arbeitszeit , nicht der Listenpreis. |
Ob für Sie überhaupt ein kostenloses BG-Tool reicht, klären wir separat: BG-Tool oder Software?
Vertiefung: Was kostet die GBU? · BASA, COPSOQ oder KFZA? · Blog: Einladungsformen
Fachliche Anforderungen an die Software
Aus der Praxis ergeben sich wiederkehrende Anforderungen. Die folgende Liste fasst zusammen, worauf Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Arbeitsmediziner und Berater achten sollten.
Methodik und Inhalte
- BASA oder ein anderes anerkanntes Verfahren vollständig hinterlegt, nicht nur als lose Sammlung von Fragen.
- Getrennte Erfassung von sachlicher Einschätzung und persönlichem Empfinden, wie im Verfahren vorgesehen.
- Möglichkeit, zusätzliche betriebs- oder branchenspezifische Items zu ergänzen, ohne die Grundstruktur zu zerstören.
- Vorlagen für wiederkehrende Erhebungen, um Runden vergleichen zu können.
Auswertung und Berichte
- BASA-Matrix, Scores und Ampelsystem automatisch berechnet.
- Vergleiche zwischen Auswertungsgruppen (z. B. Abteilungen, Standorte) und über mehrere Runden hinweg.
- Berichte, Poster und Workbooks, die sich direkt in Workshops einsetzen lassen.
- Optionale KI-Unterstützung für Textberichte und Freitextanalyse – mit klarer Kennzeichnung und Kontrolle.
Struktur und Hierarchien
- Flexible Abbildung der Organisation (Unternehmen → Bereich → Abteilung → Team).
- Zuordnung der Teilnehmer zu Auswertungsgruppen, ohne personenbezogene Diagnosen zu erzeugen.
- Mindestgruppengrößen für Auswertungen, um Anonymität zu sichern.
Datenschutz und Technik
- Hosting und Speicherung der Daten in der EU, klare Auftragsverarbeitungsverträge.
- Verschlüsselte Übertragung (TLS), Rollen- und Rechtemanagement, Mandantentrennung.
- Transparenter Umgang mit KI: keine Verwendung personenbezogener Einzeldaten in KI-Modellen.
ACOMERA im Kontext dieser Anforderungen
ACOMERA verbindet das BASA-Verfahren mit einer Plattform, die für wiederkehrende Gefährdungsbeurteilungen und Beratungsprojekte gebaut ist. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- BASA IV vollständig integriert, inkl. Matrix, Scores und Ampeln.
- Mehrere Mandanten oder Organisationseinheiten in einem Account – ideal für Beratungen und größere Unternehmen.
- Automatisch generierte Berichte, Poster und Workbooks, optional ergänzt um KI-Berichte.
- Hosting in der EU, DSGVO und EU AI Act von Anfang an mitgedacht.
Details zur Methode und zu Reliabilität/Validität unter Wissenschaftliche Belege, zum Überblick unter BASA-Verfahren, zur Plattform unter Software, zu Sicherheit und Rechtlichem unter Sicherheit & Compliance.
Primärquellen
Nächster Schritt
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Häufige Fragen
Inhaltsangaben
- Autor: Dr. Jens Hühn , Geschäftsführer ACOMERA
- Fachliche Einordnung: Prof. Dr. Matthias Schmidt , Wissenschaftlicher Leiter ACOMERA
- Zuletzt aktualisiert: 20.6.2026