BASA-Methodik
BASA berechnet nicht einfach Mittelwerte. Zwei Fragen pro Item, klare Kombinationen, ein Score von 0 bis 100 und ein Ampelsystem – so entsteht Vergleichbarkeit und Handlungsorientierung.
Hier erfahren Sie, wie die Itemlogik funktioniert, wie der BASA-Score entsteht und wie die Farben (Rot, Gelb, Grün) abgeleitet werden.
Zwei Perspektiven pro Item – das macht BASA aussagekräftig
Für jedes BASA-Item beantworten die Teilnehmer zwei Dinge: Ob die Aussage auf ihren Arbeitsplatz zutrifft – und wie sie die Situation persönlich empfinden. So verbindet BASA sachliche Einschätzung und subjektives Erleben.
Ob die Aussage zutrifft
Die Teilnehmer wählen zwischen „trifft eher zu“ und „trifft eher nicht zu“. Damit wird die Arbeitsbedingung sachlich eingeordnet.
Wie es empfunden wird
Zusätzlich: „gut“, „weder gut noch schlecht“ oder „schlecht“. So wird das persönliche Erleben erfasst – und Widersprüche erkennbar.
So sieht ein BASA-Item in der Erhebung aus (Beispiel: Ressource erkannt):
Bei dieser Arbeit sieht man am Ergebnis, ob die Arbeit gut war oder nicht.
AbgeschlossenDas trifft …
eher zu eher nicht zuDas trifft …
Das finde ich …
gut weder gut noch schlecht schlechtDas finde ich …
Sechs Kombinationen – Ressource, Gestaltungsbedarf oder Widerspruch
Aus Zutreffen und Empfinden entstehen sechs mögliche Kombinationen. Vier davon sind inhaltlich sinnvoll; zwei gelten als Widerspruch (z. B. Aussage trifft zu, wird aber als schlecht empfunden) und fließen nicht in den BASA-Score ein.
| Zutreffen der Aussage | Empfinden: gut | Empfinden: weder/noch | Empfinden: schlecht |
|---|---|---|---|
| Trifft zu | Ressource erkannt | Ressource nicht erkannt | Widerspruch |
| Trifft nicht zu | Widerspruch | Gestaltungsbedarf nicht erkannt | Gestaltungsbedarf erkannt |
Hinweise
- Die Tabelle gilt für Positiv-Items (Zutreffen = aus Sicht der Methode gut). Bei Negativ-Items sind „trifft zu“ und „trifft nicht zu“ in der Bewertung vertauscht.
- Manche Items (z. B. Lärm, Vibration) gelten auch in bester Ausprägung nicht als Ressource – sie werden dann neutral bewertet.
- Widersprüchliche Antworten gehen nicht in den BASA-Score ein.
Bei Positiv-Items legt die Matrix zwei Dinge nebeneinander: Trifft die Aussage zu? Wie fühlt sich das an? Bei „trifft zu“ und „gut“ steht Ressource erkannt. Bleibt das Empfinden bei „weder gut noch schlecht“, obwohl das Merkmal sachlich gut aussieht, gilt Ressource nicht erkannt – nachfragen lohnt sich, bevor Sie umbauen. Mehr dazu: Belastungen und Ressourcen.
Gestaltungsbedarf erkannt
Bei Positiv-Items: Die gute Ausprägung trifft nicht zu, und die Mitarbeiter empfinden die Lage schlecht. Sachlage und Stimmung passen – etwa bei Störungen, Zeitdruck oder Frust im Alltag (Pflege, Dienstleistung, Büro).
Setzen Sie solche Punkte bei der Ergebnisrückmeldung und bei Maßnahmen vorne an, wenn Sie mit dem Team planen. Die Themen liegen ohnehin auf dem Tisch. Ob daraus im Einzelfall Gefährdung folgt: prüfen, nicht pauschal unterstellen.
Gestaltungsbedarf nicht erkannt
Wieder Positiv-Items: Die gute Aussage trifft nicht zu, viele wählen aber weder gut noch schlecht. Typische Gründe: Die Last kommt erst später. Sie steht selten an. In der Branche gilt sie als normal. Oder viele halten sie für nicht änderbar – Schicht, harte Einsätze, Arbeit draußen.
Trotzdem kann aus fachlicher Sicht Handlungsbedarf da sein, auch wenn niemand die Lage scharf negativ bewertet. BASA IV hält das in der Matrix fest.
Klären Sie im Betrieb, ob Gefährdung oder Druck wirklich vorliegt. Manchmal genügt Aufklärung, bevor Sie umbauen. Was sich nicht vermeiden lässt, prüfen Sie trotzdem: Schichtfolge, technische Hilfen, Entlastung.
Der BASA-Score – von 0 bis 100
Jeder der vier sinnvollen Kombinationen wird ein fester Score zugeordnet. So entsteht eine einheitliche Skala und Vergleichbarkeit über Items, Kategorien und Zeit.
| Kombination | BASA-Score |
|---|---|
| Ressource erkannt | 100,00 |
| Ressource nicht erkannt | 66,66 |
| Gestaltungsbedarf nicht erkannt | 33,33 |
| Gestaltungsbedarf erkannt | 0,00 |
Die BASA-Scores einzelner Items werden per Mittelwert verrechnet (Kategorie, Aspekt, Gesamt). Widersprüche fließen nicht ein.
BASA-Ampel: zwei Grenzwerte, drei Bereiche
Der BASA-Score wird an zwei Grenzwerten (35 und 75) in drei Bereiche unterteilt. So wird auf einen Blick sichtbar: Handeln, Optimieren oder Erhalten.
0 – <35
Gefährlicher Bereich
Handeln!
35 – <75
Problematischer Bereich
Optimieren!
75 – 100
Optimaler Bereich
Erhalten!
Widersprüchliche Antworten gehen nicht in den Score ein; Item-Scores werden per Mittelwert aggregiert (siehe oben).
Sonderfall in BASA: physikalische und chemische Einflüsse
In der Kategorie Arbeitsumweltbezogene Arbeitsbedingungen gibt es Items zu Lärm, Vibration, Strahlung o. Ä. Diese Einflüsse sind oft der Tätigkeit immanent (z. B. Röntgen). BASA fragt daher zusätzlich: Wird etwas dagegen unternommen?
Der BASA-Score für diese Items ergibt sich aus einer geglätteten Funktion, die bewertet, wie häufig etwas unternommen wird. Wichtig: Dieser Score wird nicht auf Aspekt-, Kategorie- oder Gesamtebene aggregiert – er bleibt auf Itemebene.
Messqualität und Quellen
Reliabilität, Validität und Normierung dokumentiert die Hochschule Zittau/Görlitz auf den Seiten zum BASA-Verfahren. Die BAuA beschreibt die frühe Validierung von BASA II nach ISO 10075-3.
Häufige Fragen zur BASA-Methodik
Kurze Antworten zur Itemlogik, zum Score und zur Nutzung in der Software.
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