Maßnahmenbeispiele für die GBU-Psyche

48 Umsetzungsideen nach BASA-Kategorien — im Format Situation, Komplikation, Maßnahme.

Nach dem Workshop erfassen und verfolgen Sie Maßnahmen in der Plattform — verknüpft mit Ihren BASA-Befunden am Poster.

Beispiele nach BASA-Kategorien

Neun Kategorien, 48 Umsetzungsideen. Jede Kategorie verlinkt auf die passende BASA-Inhaltsseite.

Maßnahmen hier zielen auf Aufgabeninhalt, Informationslage, Abwechslung und Entwicklung.

BASA-Kategorie

  1. Tagesstart-Briefing (15 Minuten)

    In der Montage wechseln Tagesziele und Prioritäten schnell — viele Mitarbeiter starten ohne gemeinsamen Überblick.

    Informationen laufen mündlich in der Schicht weiter. Wer später kommt, fehlt der Kontext — Rückfragen und Doppelarbeit steigen.

    Jeden Morgen kurzes Briefing in der Montagehalle: Tagesziele, Prioritäten und offene Fragen werden schriftlich am Whiteboard festgehalten. Alle Schichtmitarbeiter erhalten dieselbe Information.
  2. Rotationsplan Montagestation A/B

    BASA-Befunde zeigen monotone Tätigkeiten an Station A — Qualifikationen verengen sich, Abwechslung fehlt.

    Ohne Plan wechseln nur wenige freiwillig die Station. Der Rest bleibt jahrelang an einer Stelle — Belastung bleibt hoch.

    Wechsel zwischen Station A und B alle sechs Wochen. Ziel: monotone Tätigkeiten reduzieren und Qualifikationen erweitern. Plan liegt im Schichtplaner, Vertretungen sind geklärt.
  3. Intranet-Ablage Standard-Arbeitsanweisungen

    Mitarbeiter berichten unsichere Informationslage: Welche Arbeitsanweisung gilt für welche Maschine?

    Versionen liegen in Ordnern, E-Mails und Schubladen. Fehler und Suchzeit steigen — niemand weiß, ob die Ablage aktuell ist.

    Pro Maschinentyp ein Ordner mit aktuellen Arbeitsanweitungen, durchsuchbar per Stichwort. Alte Versionen archivieren, Änderungen per E-Mail ankündigen.
  4. Skill-Matrix mit Weiterbildungsplan

    Entwicklungsmöglichkeiten wirken unklar — Befunde zu Qualifikation und Weiterbildung fallen auf.

    Schulungen entstehen ad hoc. Lücken in der Skill-Matrix bleiben bis zur nächsten GBU unsichtbar.

    Quartalsweise Skill-Matrix je Team aktualisieren. Fehlende Qualifikationen führen zu konkreten Schulungsbuchungen (z. B. Excel-Fortgeschritten, Gefahrstoffunterweisung).
  5. Verbesserungsmanagement mit Rückmeldefrist

    Mitarbeiter melden Abweichungen — aber Rückmeldung ausbleibt oder verzögert sich wochenlang.

    Ohne Frist verpuffen Vorschläge. Vertrauen in Verbesserungsprozesse sinkt, Meldungen werden seltener.

    Mitarbeiter melden Abweichungen über ein Online-Formular. Verantwortlicher antwortet innerhalb von fünf Werktagen – auch wenn die Lösung noch offen ist.
  6. Job-Enrichment Sachbearbeitung

    Sachbearbeitung wirkt eintönig — wenig Kundenkontakt, enger Aufgabenkorridor.

    Erweiterung scheitert an Angst vor Überlastung. Ohne klaren Rahmen lehnen Teams neue Aufgaben ab.

    Ausgewählte Sachbearbeiter übernehmen nach Schulung punktuell Kundenkontakt (Statusabfragen). Erweitert den Aufgabenbereich ohne Vollumstellung der Rolle.

Hier geht es um Arbeitszeit, Verantwortlichkeiten, Planung und Ressourcen.

BASA-Kategorie

  1. Kernarbeitszeit 10–15 Uhr

    Abstimmung scheitert an unterschiedlichen Arbeitszeiten — Termine und Rückfragen häufen sich außerhalb der Kernzeit.

    Ohne Kernzeit fehlt Erreichbarkeit. Projekte stocken, weil niemand zur gleichen Zeit erreichbar ist.

    Randzeiten flexibel wählbar, Kernzeit verbindlich für Abstimmung. Im Schichtbetrieb: Übergabe-Slot um 10 Uhr und 15 Uhr fix einplanen.
  2. Dokumentierte Vertretungsregelung

    Urlaub oder Krankheit blockieren Abläufe — niemand weiß, wer entscheidet.

    Vertretungen stehen nur mündlich fest. Bei Ausfall entsteht Chaos und Überstunden ohne klare Zuständigkeit.

    Jede Rolle hat mindestens zwei geschulte Vertretungen. Vertretungsliste im Intranet, monatlich prüfen und bei Urlaub automatisch tauschen.
  3. Projektstart-Checkliste

    Großaufträge starten unter Zeitdruck — Rollen und Budget sind unklar.

    Ohne Checkliste fehlen Verantwortliche und Meilensteine. Nacharbeit und Konflikte folgen in der Umsetzung.

    Vor jedem Großauftrag: Checkliste mit Verantwortlichen, Budget, Meilensteinen und Kommunikationsplan. Kein Start ohne unterschriebenen Projektauftrag.
  4. Meeting-freie Tage

    Fokusarbeit wird durch dichte Terminlage zerstückelt — Befunde zu Unterbrechungen und Planungsstress.

    Ohne Schutzzeiten füllen Kollegen die Lücken mit Kurzmeetings. Erholung und Tiefe bleiben aus.

    Dienstag und Mittwoch ohne interne Meetings für Fokusarbeit. Ausnahmen nur mit Genehmigung der Abteilungsleitung.
  5. Personalschlüssel Pflegestation

    Unterbesetzung in der Pflege belastet Teams dauerhaft — Ausfallzeiten steigen.

    Ohne Mindestbesetzung wird jede Lücke mit Überstunden geflickt. Qualität und Sicherheit geraten unter Druck.

    Mindestens 1,2 Vollzeitstellen je Station tagsüber. Bei Unterschreitung: temp agency oder Überstunden nur nach dokumentierter Gefährdungsbeurteilung.
  6. Wöchentlicher Lagebericht bei Umstrukturierung

    Umstrukturierung erzeugt Unsicherheit — Gerüchte ersetzen offizielle Information.

    Ohne regelmäßigen Stand verlieren Betroffene Vertrauen. Produktivität sinkt, Konflikte nehmen zu.

    Bei laufender Umstrukturierung: jeden Freitag E-Mail mit Stand, nächsten Schritten und Ansprechpartner für Fragen an alle Betroffenen.

Maßnahmen zu Zusammenarbeit, Konflikten, Feedback und Teamklima.

BASA-Kategorie

  1. Halbjährliches Feedbackgespräch

    Feedback kommt unregelmäßig oder nur bei Problemen — Befunde zu fehlender Wertschätzung.

    Ohne Struktur vermeiden Führungskräfte schwierige Gespräche. Mitarbeiter wissen nicht, wo sie stehen.

    Strukturiertes Gespräch mit Vorgesetztem, optional 360°-Rückmeldung von Kollegen bei Teamleitern. Gesprächsleitfaden und Protokollvorlage bereitstellen.
  2. Mediationsangebot bei Teamkonflikten

    Konflikt belastet das Team seit Monaten — Zusammenarbeit und Qualität leiden.

    Interne Lösungen scheitern an Parteilichkeit. Konflikt wird totgeschwiegen oder eskaliert.

    Ab zwei Monaten anhaltendem Konflikt: externer Mediator über HR buchbar. Kosten trägt die Organisation, Teilnahme freiwillig aber empfohlen.
  3. 90-Tage-Mentoring für Neue

    Neue Mitarbeiter fühlen sich allein gelassen — Onboarding endet nach der ersten Woche.

    Ohne Mentor steigen Fehler und Frustration. Kollegen werden zur informellen Hilfe überlastet.

    Jeder neue Mitarbeiter erhält einen Mentor aus dem Team. Wöchentlicher Check-in in den ersten vier Wochen, danach alle zwei Wochen.
  4. Offene Sprechstunde der Abteilungsleitung

    Belastungen werden nicht früh adressiert — Mitarbeiter tragen Sorgen monatelang mit.

    Ohne niederschwelliges Angebot landen Themen erst in der GBU oder beim Betriebsrat.

    Dienstags 14–16 Uhr ohne Termin. Themen: Belastungen, Vorschläge, Konflikte. Warteliste digital, kein Protokoll ohne Zustimmung.
  5. Quartals-Retrospektive im Team

    Wiederkehrende Reibungen im Team — keine gemeinsame Auswertung der Belastungen.

    Retros finden nicht statt oder nur nach Krisen. Maßnahmen aus Workshops verpuffen.

    Moderation durch geschulten Mitarbeiter (nicht der Teamleiter). Format: Was lief gut? Was belastet? Top-3-Maßnahmen für das nächste Quartal festlegen.

Lärm, Licht, Klima, Raum – physische Umweltfaktoren am Arbeitsplatz.

BASA-Kategorie

  1. Einhausung Stanze zur Lärmreduktion

    Lärm an der Stanze überschreitet dauerhaft belastende Werte — Hörstörungen und Stress.

    Ohne technische Lösung bleiben nur Gehörschutz und Rotation. Beides reicht nicht langfristig.

    Schallschutzkabine um Stanze in Halle 2. Ziel: unter 80 dB(A) am benachbarten Arbeitsplatz. Abnahme durch SiFa, Wartung jährlich.
  2. Höhenverstellbare Schreibtische Großraum

    Rücken- und Nackenbeschwerden im Großraum — statische Sitzhaltung über Stunden.

    Umrüstung verzögert sich aus Kostengründen. Mitarbeiter improvisieren mit Kartons und privaten Hilfsmitteln.

    Bis Ende Q2 an jedem Platz im Großraum Büro 3. Schulung ergonomischer Wechsel sitzen/stehen, Empfehlung alle 45 Minuten.
  3. Tageslichtlampe an fensterlosen Plätzen

    Fensterlose Arbeitsplätze wirken dunkel und ermüdend — Konzentration sinkt nachmittags.

    Ohne Ausgleich steigen Kopfschmerzen und Fehlermeldungen in der Datenerfassung.

    Mindestens 500 Lux am Arbeitsplatz. Lampen mit dimmbarem Tageslicht, Kosten trägt Arbeitgeber, Mitarbeiter wählen Helligkeit selbst.
  4. Klima-Wartungsplan Sommer

    Im Sommer steigt die Raumtemperatur über 26 °C — Leistung und Wohlbefinden sinken.

    Wartung erfolgt reaktiv. Bei Ausfall dauert es Tage bis zur Abhilfe.

    Filterwechsel alle drei Monate, Zieltemperatur 20–22 °C. Bei Ausfall: mobile Klimaanlage binnen 48 Stunden, Homeoffice-Option bis Reparatur.
  5. Buchbarer Ruheraum

    Großraumbüro erlaubt keine konzentrierte Arbeit — Telefonate und Gespräche stören dauernd.

    Ohne Rückzugsort arbeiten Mitarbeiter im Homeoffice „nach“, obwohl sie im Büro sein sollen.

    Abschließbarer Raum für Konzentrationsarbeit, max. zwei Stunden pro Tag und Person. Buchung über Outlook-Kalender.
  6. Headsets mit aktiver Geräuschunterdrückung

    Call-Center-Mitarbeiter klagen über Ermüdung und Kopfschmerzen nach Schichtende.

    Billige Headsets verstärken Nebengeräusche. Pausen reichen nicht zur Erholung aus.

    Für alle Call-Center-Plätze. Modell mit bewährtem Komfort, Ersatzgeräte im Lager. Einweisung bei Ausgabe.

Software, Arbeitsmittel und technische Abläufe.

BASA-Kategorie

  1. ERP-Schulung mit interner Hotline

    Neues ERP verlangsamt die Sachbearbeitung — Fehler und Frust steigen.

    Ohne Schulung und Anlaufstelle rufen Mitarbeiter einzelne Kollegen an. Wissen bleibt in Silos.

    Pflichtschulung für alle Sachbearbeiter, danach montags 9–11 Uhr interne Hotline im Teams-Kanal „ERP-Hilfe“.
  2. Zweiter Monitor für Entwickler

    Entwickler wechseln ständig zwischen Fenstern — Konzentration und Geschwindigkeit leiden.

    IT priorisiert andere Tickets. Produktivitätsverlust bleibt unsichtbar in der GBU.

    Lieferung bis Monatsende an alle Entwickler ohne Dual-Setup. IT stellt Monitor + Kabel, Einrichtung im Onboarding.
  3. IT-Ticket mit SLA

    IT-Störungen blockieren Arbeit — niemand kennt die Reaktionszeit.

    Ohne SLA eskaliert Frust per E-Mail-Ketten. Kritische Fälle warten wie normale Anfragen.

    Kritische Störung: Reaktion binnen 4 Stunden. Normal: 24 Stunden. Status für Mitarbeiter im Self-Service-Portal sichtbar.
  4. Barrierefreie Software-Oberfläche

    Mitarbeiter mit Sehschwäche kämpfen mit kleiner Schrift und niedrigem Kontrast.

    Anpassungen sind Einzelfall-Lösungen. Barrierefreiheit fehlt in Kernanwendungen.

    Schriftgröße anpassbar, Kontrastmodus, Tastatur-Navigation in Kernanwendungen. Test mit zwei Mitarbeitern mit Sehschwäche.
  5. Restore-Test Datensicherung

    Ausfall eines Servers zeigt Lücken im Backup — Wiederherstellung dauert zu lang.

    Tests finden nicht statt. Vertrauen in IT-Sicherheit sinkt bei der Führung.

    Automatische Sicherung alle 15 Minuten. Vierteljährlicher Restore-Test mit Protokoll für IT-Leitung und SiFa.

Sicherheit, Gefährdungen und Schutz am Arbeitsplatz.

BASA-Kategorie

  1. Zweihand-Bedienung an der Presse

    Unfälle und Beinahe-Unfälle an der Presse häufen sich — Hand in der Gefahrenzone.

    Ohne Technik verlassen sich alle auf Vorsicht allein. Verstöße werden nicht konsequent adressiert.

    Technische Sperre: Presse startet nur, wenn beide Taster gleichzeitig gedrückt. Schulung aller Bediener, jährliche Funktionsprüfung dokumentiert.
  2. Jährliche Gefahrstoff-Unterweisung Lager

    Neue Mitarbeiter im Lager kennen Kennzeichnung und Notfallwege nicht sicher.

    Unterweisungen sind überfällig oder ohne Nachweis. Bei Inspektion fehlt die Dokumentation.

    Unterweisung mit Protokoll und Unterschrift. Betonung: Lagerkennzeichnung, Notfall-Dusche, Erste-Hilfe bei Augenkontakt.
  3. Getrennte Wege Fußgänger/Stapler

    Beinahe-Zusammenstöße zwischen Stapler und Fußgängern im Lager.

    Wege sind nicht markiert. Staplerfahrer und Läufer nutzen dieselben Korridore.

    Gelbe Bodenmarkierung im Lager, Fußgängerwege von Staplerkorridoren getrennt. Bei Verstoß: sofortiges Feedback durch Schichtleiter.
  4. Gehörschutz-Pflicht Halle 3

    Lärmpegel in Halle 3 erfordert dauerhaften Gehörschutz — Tragequote ist niedrig.

    Ohne Kontrolle am Eingang starten Mitarbeiter ohne Schutz. Gehörschäden drohen langfristig.

    Ausgabe am Eingang mit Kontrolle durch Aufsicht. Ersatz-Ohrenstöpsel und Kapselgehörschutz vorrätig.
  5. Monatlicher Not-Aus-Test Förderstrecke

    Not-Aus an der Förderstrecke wurde noch nie systematisch geprüft.

    Bei Störung zögern Mitarbeiter — sie kennen die Funktion nicht aus Erfahrung.

    Funktionstest an jeder Not-Aus-Schaltung, Protokoll im Logbuch. Defekte binnen 24 Stunden beheben.

Maßnahmen für Führungskräfte – Handlungsspielraum, Feedback, Unterstützung.

BASA-Kategorie

  1. Führungskräfte-Workshop situatives Führen

    Führungskräfte berichten Überforderung in Konflikt- und Veränderungssituationen.

    Ohne Training delegieren sie zu wenig oder zu hart. Teams spüren Inkonsistenz.

    Zweimal jährlich, externer Trainer. Schwerpunkt: schwierige Gespräche, Delegation, Belastungswahrnehmung im Team.
  2. Delegationsmatrix je Abteilung

    Entscheidungen hängen an der Abteilungsleitung — Engpässe und Frustration.

    Mitarbeiter wissen nicht, was sie selbst entscheiden dürfen. Eskalationen steigen.

    Schriftlich: Wer darf welche Entscheidungen treffen (Budget bis 500 €, Urlaubsgenehmigung, Einstellungsempfehlung). Im Intranet, jährlich aktualisiert.
  3. Wöchentliches 1:1 (30 Minuten)

    Belastungen im Team werden spät erkannt — Führungskraft erfährt Probleme zufällig.

    Ohne festen Termin finden Gespräche nur in Krisen statt. Vertrauen bleibt oberflächlich.

    Jeder Teamleiter mit jedem Mitarbeiter. Leitfaden mit drei Fragen: Was läuft? Was bremst? Was brauchst du?
  4. Feedback-Training mit Rollenspiel

    Kritisches Feedback wird vermieden oder unsachlich — Befunde zu fehlender Wertschätzung.

    Ohne Übung verletzen Führungskräfte unbeabsichtigt. Konflikte schwelen.

    Eintägiges Training für alle Führungskräfte. Übung: kritisches Feedback geben und annehmen. Trainer aus HR oder extern.
  5. Leitfaden schwierige Gespräche

    Bei Leistungsabfall oder Mobbing-Verdacht handeln Führungskräfte unsicher.

    Ohne Leitfaden werden Gespräche verschoben oder rechtlich riskant geführt.

    Im Intranet: Ablauf bei Leistungsabfall, Kündigungsandrohung, Mobbing-Verdacht. Ansprechpartner HR und Betriebsrat verlinkt.

Homeoffice, Außendienst und ortsflexibles Arbeiten.

BASA-Kategorie

  1. Homeoffice-Budget 500 €

    Homeoffice-Arbeitsplätze sind ergonomisch mangelhaft — Beschwerden steigen.

    Mitarbeiter kaufen selbst aus — ungleiche Ausstattung und Streit um Erstattung.

    Einmalig für ergonomischen Stuhl oder höhenverstellbaren Tisch. Rechnung einreichen, Freigabe durch HR, Lieferung innerhalb von 30 Tagen.
  2. Kernzeit im Homeoffice

    Erreichbarkeit im Homeoffice ist unklar — Kollegen warten auf Rückmeldungen.

    Ohne Kernzeit werden Nachrichten spät abends beantwortet. Grenzen verschwimmen.

    10–15 Uhr erreichbar per Teams/Phone. Randzeiten flexibel. Ausnahmen nur mit Teamabsprache schriftlich.
  3. Monatlicher Remote-Tag im Büro

    Homeoffice-Teams verlieren den gemeinsamen Anker — Zusammenhalt leidet.

    Ohne Pflichttermin trifft sich niemand. Informationen laufen über Chat statt Abstimmung.

    Pflichttermin für alle Homeoffice-Mitarbeiter: Team-Treffen, Austausch, informelle Gespräche. Raum und Catering organisiert HR.
  4. VPN und verschlüsselter Laptop Außendienst

    Außendienst arbeitet auf privaten Geräten — Datenschutzrisiko.

    IT kennt den Bestand nicht. Bei Verlust fehlen klare Meldewege.

    Standard-Ausstattung für alle Außendienstmitarbeiter. Einweisung Datenschutz, Verlust melden binnen 2 Stunden.
  5. Jährliche Datenschutz-Auffrischung mobil

    Mobiles Arbeiten mit sensiblen Daten — Fehler bei Bildschirmsperre und WLAN.

    Einmal-Schulung reicht nicht. Neue Risiken (Cloud, Screenshots) bleiben unbeachtet.

    Online-Modul (30 Min.): Bildschirmsperre, öffentliches WLAN, Dokumentenablage. Nachweis in Personalakte.

Optionale Kategorie für Ausnahmesituationen – Belastungen und Ressourcen in Krisen.

BASA-Kategorie

  1. Hygiene-Stationen an Eingängen

    In Ausnahmelagen steigt Infektionsangst — Mitarbeiter vermeiden gemeinsame Räume.

    Ohne sichtbare Hygieneregeln sinkt die Akzeptanz für Präsenzarbeit.

    Desinfektionsmittel, Lüftungsplan für Besprechungsräume (10 Min. Stoßlüften zwischen Terminen). Aushang mit Regeln.
  2. Teststrategie bei Ausbruch

    Ausbruch in Produktion oder Pflege — Unsicherheit über Testpflicht und Kosten.

    Ohne Strategie improvisieren Teams. Streit über Wer zahlt und wer darf testen.

    Zwei Tests pro Woche für exponierte Bereiche (Produktion, Pflege). Tests kostenfrei, Ergebnis nicht an AG, freiwillige Meldung bei positivem Test.
  3. 50-Prozent-Belegung Büro

    Volle Büros in Krisenzeiten erhöhen Belastung und Konfliktpotenzial.

    Ohne Belegungsregel sitzen alle wie gewohnt. Abstandsregeln werden ignoriert.

    Schichtmodell oder Buchungssystem für Arbeitsplätze. Wer kommt wann? Kalender im Intranet, SiFa-Stellungnahme dokumentiert.
  4. Psychologische Erstberatung

    Belastung durch Krise — Mitarbeiter suchen Hilfe, finden aber kein niedrigschwelliges Angebot.

    Ohne Angebot bleibt nur Krankmeldung oder Schweigen. Stigmatisierung hemmt.

    Drei kostenfreie Sitzungen über Betriebsärztlichen Dienst, anonym. Hotline-Nummer auf Intranet-Startseite.
  5. Wöchentliches Video-Update Geschäftsführung

    Gerüchte ersetzen offizielle Information in der Krise — Vertrauen sinkt.

    Ohne regelmäßiges Update lesen Mitarbeiter Social Media statt interner Kanäle.

    Freitags 10 Minuten: Lage, Regeln, nächste Schritte. Aufzeichnung für Schichtbetrieb, Fragen per E-Mail an zentrale Adresse.
Einordnung und Grenzen

Die 48 Beispiele sind Workshop-Anregungen für GDA Schritt 4 — orientiert an typischen BASA-Befunden, ohne Itemtexte zu zitieren. Im Betrieb anpassen; keine Musterlösung und keine Rechtsberatung.

Erstellt von Dr. Jens Hühn, fachlich eingeordnet von Prof. Dr. Matthias Schmidt . Quellen- und Prüfprinzip · GDA, BAuA, GB-Psych-Kompass.

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Häufige Fragen

Sie finden keine passende Antwort? Kontakt aufnehmen

Nein. Die Beispiele sind Anregungen für Maßnahmenworkshops. Welche Maßnahmen Sie festlegen und umsetzen, entscheiden Sie im Betrieb auf Basis Ihrer GBU und Ihrer Befunde — nicht anhand einer Vorlagenliste.

Nein. Sie ersetzen weder Erhebung noch Bewertung noch Dokumentation. Sie unterstützen den Schritt „Maßnahmen festlegen“ im GBU-Prozess, wenn Sie aus BASA-Befunden konkrete Umsetzungsideen ableiten wollen.

Jede Kategorie entspricht einer BASA-Inhaltskategorie. Die Formulierungen orientieren sich an typischen Befunden — ohne die originalen BASA-Itemtexte zu übernehmen. Zur Methode: BASA-Verfahren.

Ja, als internes Workshop-Material. Passen Sie Inhalte an Ihren Betrieb an. Für die Nachverfolgung verknüpfen Sie Maßnahmen in der Plattform mit Befunden am Poster — siehe Maßnahmen-Funktionalität in ACOMERA.

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